Erschienen am Montag, 29. Juni 2009
Zürcher Oberländer
Auszeichnung der Autmomatiker. (jgu)
Joshua Keller schwang mit einem Notendurchschnitt von 5.5 obenaus. Er hat am Freitag den mit 600 Franken dotierten ersten Preis der Firma Reishauer für das beste Maturzeugnis erhalten. Der Polymechaniker hat während seiner Lehre bei der Firma Fluri AG in Dietlikon vor allem Einzelteile für Spritzformen hergestellt, sie gefräst, gedreht und erodiert. Der 22-Jährige will in einem Jahr an einer Fachhochschule studieren, im Bereich Material- und Verfahrenstechnik. Ihn interessieren Verfahren aus der Nanotechnologie, mit denen Beschichtungen, zum Beispiel von Autoscheiben, optimiert werden können. Eins davon ist der Lotuseffekt, der wie die exotische Blüte Wassertropfen von Oberflächen abperlen lässt. Zunächst wird er aber einen sechsmonatigen Zivildienst-Block absolvieren.
Der Automatiker Marco Erni wurde an der Maturfeier dreifach geehrt: dank seines Notendurchschnitts von 5.4 hat er den 2. Preis der Firma Reishauer AG und 300 Franken bekommen und beim internationalen Mathematikwettbewerb «Känguru der Mathematik» den 3. Rang erreicht. Ausserdem ist er bei der Ausscheidung zur Berufsmeisterschaft in Calgary als bester Schweizer in seiner Berufskategorie hervorgegangen. Der 21-Jährige wird die Schweiz an der WM im September zusammen mit einem Teamkollegen vertreten, wo er gegen 34 Berufsgattungen aus 28 Nationen antritt. Er und sein Kollege werden auf Zeit eine Modellanlage programmieren und in Betrieb nehmen. Damit sie sich auf den 15 Quadratmetern Platz am Wettkampf nicht im Weg stehen und ihre Stärken optimal einsetzen können, trainieren die beiden bereits jetzt in der Berufsschule die Abläufe. «Die WM ist für mich ein Ansporn, mich fachlich zu messen und dranzubleiben», sagt Erni. Nicht zuletzt wird er an der WM eine Menge interessanter Leute kennenlernen.
Gut vorbereitet ist er, denn während seiner Ausbildungszeit bei den Verkehrsbetrieben Zürich hat er für die IPA (Individuelle Projektarbeit) bereits eine ähnliche Aufgabe gelöst, bei der eine Anlage Teile nach Gewicht sortieren muss. Nach der WM will er ein Jahr arbeite und dann an einer Fachhochschule ein Studium in Automation oder Medizinaltechnik beginnen.
Den dritten Rang und das Preisgeld von 200 Franken teilen sich Tobias Burkhard und Marco Wettstein. Sie haben ihre Matura mit einem Notendurchschnitt von 5.3 abgeschlossen.
Der 19-jährige Tobias Burkhard hat sich bei Mettler-Toledo zum Polymechaniker mit Schwerpunkt Prototypenbau ausgebildet. An der IPA (Individuelle Projektarbeit)hatte er 40 Stunden Zeit, um eine Montagevorrichtung zu bauen. Sie dient dazu, hochempfindliche Waagen vor äusseren Einflüssen wie Wind oder Magnetfeldern zu schützen. Dank Burkhards Vorrichtung muss man die Gehäuse nicht mehr von Hand leimen, sondern kann sauberer arbeiten.
Burkhard wird wegen einer Allergie auf Kühlmittel nicht mehr in seinem Beruf arbeiten können. Er will daher im Herbst ein Fachhochschulstudium in Maschinentechnik beginnen. Seit er von der Allergie weiss, habe er sich voll auf die Berufsmatur konzentriert und wöchentlich einen Tag in Hausaufgaben investiert. Wie seine Noten zeigen, hat es sich gelohnt.
Der 20-jährige Elektroniker Marco Wettstein hat sich in seiner IPA ebenfalls mit Waagen beschäftigt. Er hat ein Programm für ein Schulungstool entwickelt, mit dem Servicetechniker die Waagefunktionen simulieren können. Seine Arbeit hält er für eine gute Referenz, um später in seinem Wunschbereich Informatik eine Stelle zu finden. Denn Programmieren ist seine Leidenschaft: «Ich bin nicht der typische Elektroniker», sagt er über sich. Ganz klar, wird er sich an der Fachhochschule auf Informatik spezialisieren. Aber erst einmal erwartet ihn der Militärdienst.
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