Erschienen am Freitag, 26. März 2010
ZO/AvU
Zwei Lehrlinge besprechen den nächsten Arbeitsgang. Für ihre Freifachprojekte haben sie viele freie Stunden geopfert. (Re)
Von der Planung bis zur Präsentation: Angehende Maschinenbauer entwickelten eigentümliche Tresore und befassten sich beim Filmen mit amüsanten Animationseffekten.
Kurz vor der Lehrabschlussprüfung hatte sich die grosse Mehrheit der Maschinenbauer der Berufsschule Rüti für eines von zwei Projekten entschieden und dafür viele freie Stunden geopfert. Der Weg zum Produkt sei wichtiger als das eigentliche Werkstück, bemerkte gestern denn auch Schulpräsident Kurt Eisenbart anlässlich der Vorstellung der beiden Freifachprojekte.
Die Berufsausbildner, Firmenvertreter und Fachlehrer bestaunten in der Mensa die Arbeiten der 16 Lernenden, die Kurzfilme produziert hatten. Den Teilnehmern war während ihrer Projektarbeiten bewusst geworden, was für ein riesiger Aufwand hinter einer Filmproduktion steckt. Erst einmal musste die Idee geboren, das Drehbuch geschrieben werden, dann Regie geführt, Effekte ausgeklügelt, gefilmt und geschnitten sowie der Sound eingepasst werden. Das Resultat konnte sich sehen lassen. Bei allerlei ideenreichen Filmtricks und originellen Illusionen amüsierte sich das Publikum. Und wie bei einer Filmreklame waren die Porträts vereinzelter Lernenden auf Plakaten zu sehen, die an Wolkenkratzern prangten. Besonders arbeitsintensiv muss der Streifen mit dem Boxkampf von Männchen aus Knetmasse gewesen sein. Die am Filmprojekt beteiligten Lernenden gaben an, sie hätten nicht etwa ihre Freizeit verschwendet, sondern könnten auf unzählige Stunden von kreativer, lehrreicher Arbeit zurückblicken.
Die Idee ist die halbe Arbeit
Langwierig hätten sich die Ideenfindung und die Planung für ein metallenes Werkstück gestaltet, seufzten wieder andere Lernende, erwähnten aber auch die gute Zusammenarbeit. Schraubstock, Zigarettenspender, Bleistiftspitzer und Flaschenöffner seien beispielsweise vorgeschlagen worden. «Nach endlosen Diskussionen und einigen Abstimmungen einigten wir uns auf einen Tresor», war zu hören. Marco Kummer aus Geroldwil war fasziniert von diesem Projekt. Endlich konnte er einmal von der Idee bis zur Fertigstellung bei einem Produkt mitarbeiten. Erst wurden die einzelnen Teile des Tresors entworfen und Pläne dazu gezeichnet. Weiter mussten die Roboter programmiert werden, welche die einzelnen Werkstücke millimetergenau bearbeiteten. Zu guter Letzt wurde noch aus Kunststoff ein Ständer geformt, auf dem der Tresor gut präsentiert werden kann.
Gute Noten – gute Stelle
Das Verblüffende am Tresor ist das Schliesssystem, das weder auf Schlüssel noch auf Zahlenkombination angewiesen ist. Der Mechanismus basiere auf der Zentrifugalkraft, wurde den Besuchern erklärt, die erfolglos daran drehten, schüttelten und klopften. Nur dem Eingeweihten gelingt es, eine Scheibe richtig in Schwung zu bringen und dabei das Schloss zu entriegeln. Das Schliessen ist jedoch kinderleicht. Man braucht den Tresor nur leicht zu drehen. Die angehenden Maschinenbauer der Berufsschule Rüti haben in den kommenden Wochen die Lehrabschlussprüfung zu bestehen. Daniel Rimann von der Firma Zühlke in Schlieren ängstigt sich nicht vor den Prüfungen: «Ich bin auf dem besten Weg, gute Noten zu erzielen.» Er glaubt fest daran, dass er darum nach der Lehre auch eine Stelle finden wird. Damian Menzi aus Uster sieht dem Ende seiner Lehre als Polymechaniker bei Mägerle in Fehraltorf jedoch mit gemischten Gefühlen entgegen. Er kann nicht länger bei der Lehrfirma bleiben und sieht sich nach einer Stelle um, ist sich indessen bewusst, dass dies nicht einfach wird.